Nikon Imaging | Österreich | Europa

Bokeh für Anfänger

Bokeh kommt vom japanischen Wort boke (ボケ), das „unscharf“ oder „Nebel“ bedeutet – oder boke-aji, die „Qualität der Unschärfe“. Bokeh wird BOH-Kə oder BOH-ke ausgesprochen.

Wenn Sie eine Webseite oder ein Forum für Fotografie besuchen, werden Sie zahlreiche Kommentare zu einem ansprechenden Bokeh finden, das sich mit einem vom Benutzer bevorzugten lichtstarken Objektiv realisieren lässt. Zahlreiche Adjektive beschreiben Bokeh: weich, fantastisch, überragend, gut, wunderschön, attraktiv, seidig, ausgezeichnet ...aber was ist Bokeh?

Bokeh kann definiert werden als „natürliche Hintergrundunschärfe, die Sie bei Aufnahme eines Motivs mit einem lichtstarken Objektiv und einer offenen Blende erreichen“. Oder einfach ausgedrückt: Bokeh ist die ansprechende oder ästhetische Qualität der Unschärfe in einem Foto.

Obwohl Bokeh ein Merkmal eines Fotos ist, bestimmt das verwendete Objektiv die Form und Größe des sichtbaren Bokeh. Gewöhnlich ist Bokeh eher bei Lichtern zu sehen und wird von der Form der Blendenlamellen des Objektivs bestimmt. Ein Objektiv mit eher runden Lamellen erzeugt rundere und weichere Kreise unscharfer Lichter. Ein Objektiv mit einer eher sechseckigen Blende überträgt diese Form auch auf die aufgenommenen Lichter.

So realisieren Sie Bokeh in Ihren Bildern

Damit ein Bild einen Bokeh-Effekt zeigt, müssen Sie ein lichtstarkes Objektiv verwenden. Um so lichtstärker das Objektiv ist, desto besser. Sie benötigen ein Objektiv mit einer Mindestlichtstärke von 1:2,8, höhere Lichtstärken von 1:2, 1:1,8 oder 1:1,4 wären ideal. Viele Fotografen bevorzugen lichtstarke Festbrennweitenobjektive für Fotos mit sichtbarem Bokeh.

Die Blende des Objektivs sollte weit geöffnet sein, am besten verwenden Sie die Zeitautomatik oder die manuelle Belichtungssteuerung. Bei der manuellen Belichtungssteuerung können Sie Blende und Belichtungszeit selbst wählen. Die Zeitautomatik erlaubt Ihnen, die Blende selbst einzustellen, während die Kamera die entsprechende Verschlusszeit für eine optimale Belichtung wählt. Sie können auch die Programmautomatik mit Programmverschiebung verwenden, bei der Ihnen alle möglichen Kombinationen von Blende und Belichtungszeit zur Auswahl stehen.

Wenn Sie kein sehr lichtstarkes Objektiv besitzen, ist trotzdem ein Bokeh möglich. Indem Sie den Abstand zwischen Hintergrund und Motiv vergrößern, können Sie bei Bildern, die mit einer geschlosseneren Blende aufgenommen wurden, ein Bokeh sehen.

Damit Ihre Fotos ein möglichst sichtbares Bokeh zeigen, vergrößern Sie den Abstand zwischen Ihrem Motiv und dem Hintergrund. Dies erreichen Sie durch Verringern des Abstands zwischen Kamera und Motiv. Je länger die Objektivbrennweite oder je weiter weg der Hintergrund ist, desto stärker wird der Hintergrund weichgezeichnet. Bei Lichtern, die auf den Hintergrund treffen, ist das Bokeh ebenfalls sichtbarer. Wenn Sie Gegenlicht, Seitenlicht oder Haarlicht verwenden, ist das Bokeh für das Auge angenehmer.

Porträts sind hervorragend für Bokeh geeignet. Besonders bei Porträtnahaufnahmen kommt Bokeh sehr gut zur Geltung. Nahaufnahmen und Makroaufnahmen von Pflanzen und anderen Objekten in der Natur sind ebenfalls beliebte Motiv für Bokeh. Werden Lichterketten oder stark reflektierende Objekte absichtlich unscharf fotografiert, werden sie als weichgezeichnete leuchtende Lichtkreise dargestellt.

Bokeh kann ein Foto mit viel hellem Licht weicher zeichnen. Mithilfe dieser Technik lösen Sie Ihr Motiv vom Hintergrund. Außerdem können Sie damit auch vor einem nicht sonderlich fotogenen Hintergrund fotografieren. Dank der weichgezeichneten Unschärfe hebt Bokeh das Motiv hervor, anstatt davon abzulenken.

Artikel und Bilder von Jody Dole, Kristina Kurtzke, Lindsay Silverman und Paul Van Allen