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So gelingen schönere Porträts

Lernen Sie, was ein gutes Porträtfoto ausmacht

So schwer kann es doch nicht sein, oder? Sie werden von Freund/Ehepartner/Kind gebeten, ein Foto zu machen. Sie haben eine schöne Digitalkamera, mit der Sie schnell das Foto machen. Aber das Ergebnis ist nicht zufriedenstellend und Sie wissen nicht, warum. Das Motiv ist scharf und richtig belichtet, was also ist schiefgegangen? Sie haben soeben gelernt, dass für ein gutes Porträt mehr nötig ist als die richtigen technischen Einstellungen.

Machen Sie sich zunächst Gedanken über den Hintergrund. Er sollte nicht vom Motiv ablenken. Eine schlichte Wand, dunkelgrünes Blattwerk – alles, was unkompliziert ist (ohne auffällige Linien oder Muster), ist gut geeignet. Es gibt nichts Schlimmeres als eine Leitung, eine Stange oder ein Ast, die scheinbar aus dem Kopf des Motivs wachsen.

© Gary Small

D800, AF-S NIKKOR 24–120 mm 1:4G ED VR, 1/250 s, Blende 6,3, ISO 100, Blendenautomatik, Matrixmessung, Aufhellblitz.

Auf diesem Foto „wächst“ das Straßenschild aus dem Kopf des Motivs.

© Gary Small

D800, AF-S NIKKOR 24–120 mm 1:4G ED VR, 1/250 s, Blende 4, ISO 100, Blendenautomatik, Matrixmessung, Aufhellblitz.

Bei diesem Foto wurde ein paar Schritte näher herangegangen – es gibt kein Straßenschild mehr – und das Ergebnis ist ein ansprechendes Foto.

Achten Sie auf den Hintergrund

Wenn Sie eine Person vor einem hellen Hintergrund fotografieren, zeigt das Foto möglicherweise nur ein Silhouette. Aufgrund der Helligkeit belichtet die Kamera das Motiv unter und es erscheint dunkel. Um dem entgegenzuwirken, klappen Sie das integrierte Blitzgerät Ihrer Nikon-Spiegelreflexkamera auf oder Sie aktivieren die Blitzfunktion Ihrer COOLPIX- oder Ihrer Nikon-1- Digitalkamera. So wird das Gesicht heller, aber der helle Hintergrund ist immer noch problematisch. 

Jede Spiegelreflexkamera und jede COOLPIX von Nikon verfügen über eine Belichtungskorrekturfunktion. Damit können Sie um ein oder zwei Blendenstufen oder Belichtungszeiten überbelichten, um das Vordergrundmotiv aufzuhellen. Wenn Sie damit immer noch nicht das gewünschte Ergebnis erhalten, probieren Sie einen anderen Hintergrund. Und zwar am besten einen dunkleren als das Motiv.

Denken Sie daran, dass das Motiv das Wichtigste im Bild ist. Nehmen Sie nicht gleichzeitig die gesamte Umgebung mit ins Bild. Gehen Sie näher heran oder verwenden Sie ein Teleobjektiv oder ein Zoomobjektiv. Isolieren Sie das Motiv vor dem gewählten schlichten Hintergrund. Der Kopf einer Person ist vertikal ausgerichtet, fotografieren Sie daher im Hochformat. Porträts im Querformat können irritieren.

© Gary Small

D800, AF-S NIKKOR 70–200 mm 1:2,8G ED VR II, 1/250 s, Blende 2,8, ISO 100, Zeitautomatik, Matrixmessung, integrierter Aufhellblitz.

Bei diesem Porträt ist Komposition eher langweilig. Das Motiv sitzt vor einer Backsteinwand und befindet sich in der Mitte des Bilds. Um die Frau herum ist zu viel Platz, der nicht zur Aussagekraft des Bilds beiträgt.

© Gary Small

D800, AF-S NIKKOR 70–200 mm 1:2,8G ED VR II, 1/125 s, Blende 5, ISO 100, Zeitautomatik, Matrixmessung, integrierter Aufhellblitz.

Bei dieser Aufnahme wurde das Motiv gebeten, sich gegen die Wand zu lehnen und zur Kamera zu blicken. Der Ausschnitt des Bildes wurde außerdem im Hochformat aufgenommen und stark angeschnitten. Daher wirkt das Motiv interessanter. Der Backsteinhintergrund wird zu einem dynamischen Element der Komposition.

Berücksichtigen Sie das Styling

Überlegen Sie, wie das Motiv gekleidet ist. Einfarbige Kleidungsstücke sind gut für Porträts geeignet, da sie nicht ablenken. Farbenfrohe Muster ziehen Aufmerksamkeit auf sich. Man wird eher das Muster betrachten als das Gesicht.

© Gary Small

D300, AF-S NIKKOR 24–85 mm 1:2,8-4D IF, 1/30 s, Blende 3,5, ISO 200, Zeitautomatik, Matrixmessung, integrierter Aufhellblitz.

In diesem Bild trägt die Person ein gemustertes Hemd und sitzt außerdem neben einem Regal, das mit verschiedenen Dingen vollgestellt ist (links vom Motiv). Die vertikale Jalousie berührt die linke Schulter.

© Gary Small

D300, AF-S NIKKOR 24–85 mm 1:2,8-4D IF, 1/30 s, Blende 3,8, ISO 200, Zeitautomatik, Matrixmessung, SB-900, indirekt über die Decke mit Reflektor geblitzt, um das Motiv aufzuhellen.

In diesem Bild wurde die Person gebeten, sich so hinzustellen, dass die Jalousie im Hintergrund ist. Außerdem wurde sie gebeten, ein einfarbiges Hemd anzuziehen. Durch Heranzoomen ist der Bildausschnitt begrenzt und störende Elemente entfallen. Über die Decke umgelenktes Licht sorgt für Weichzeichnung des Bildes.

Vorteilhafte Blickwinkel

Frontalaufnahmen sind übrigens nur für Polizeifotos geeignet. Vermeiden Sie dies im privaten Bereich. Das Motiv sollte den Körper ein wenig drehen (ungefähr um 45 Grad von Ihnen weg) und den Kopf zurück in Ihre Richtung wenden. Dies ist eine ansprechendere, vorteilhaftere Pose, die die Person außerdem schlanker aussehen lässt.

© Gary Small

D800, AF-S NIKKOR 24–120 mm 1:4G ED VR, 1/60 s, Blende 4, ISO 400, Zeitautomatik, Matrixmessung, Blitzgerät SB-900, Frontalblitz. 

In diesem Foto sind verschiedene Probleme sichtbar. Der frontale Blitz wirft den Schatten der Person an die Wand im Hintergrund.

Der Hintergrund ist relativ überladen, rechts und links befindet sich jeweils ein Bilderrahmen. Am oberen Bildrand ist die Zimmerdecke im Bild, am unteren Rand eine Couch. Die frontale Pose ist nicht besonders schmeichelhaft.

© Gary Small

D800, AF-S NIKKOR 24–120 mm 1:4G ED VR, 1/60 s, Blende 4, ISO 400, Zeitautomatik, Matrixmessung, SB-900 Blitzgerät, indirekter Blitz.

Durch Heranzoomen wurde ein ansprechendes Bild geschaffen, das allein die Person zeigt. Der Hintergrund lenkt nicht mehr ab. Die Lichtwirkung ist weich, da der Blitz von der Decke reflektiert wurde (es lenken keine harten Schatten von der Person ab).

Der junge Mann steht nicht mehr frontal zur Kamera, sondern in einem Winkel und dreht dabei den Kopf zurück zur Kamera, die Arme sind verschränkt.

Artikel und Bilder von Gary Small.