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20-06-2017

Tipps vom Nikon-Profi: Makrofotografie

Wien, 14. Juni 2017 – Fotograf Alberto Ghizzi Panizza, der bereits mehrere Preise für seine Nahaufnahmen gewonnen hat gibt 5 Tipps für den Einstieg in die Makrofotografie.

1. Mit der Tiefenschärfe experimentieren
Das genaue Verständnis der Tiefenschärfe ist eine der ersten großen Hürden bei der Makrofotografie. Man muss wissen, wie die Bildschärfe im Zusammenspiel von Blende, Brennweite und Fokussierung funktioniert und genau die richtige Kombination finden. Im Wesentlichen gilt: Je kleiner das Motiv und je größer der Abbildungsmaßstab, desto geringer ist die Tiefenschärfe. Mit der richtigen Tiefenschärfe entstehen komplexe Makroaufnahmen.

2. Die Blende muss stimmen
Die richtige Balance zwischen der Schärfe des Motivs und dem verschwommenen Hintergrund bei schönem Bokeh zu finden, gehört zu den interessantesten und schwierigsten Herausforderungen der Makrofotografie. Diese Herausforderung ist auch nach zwei Jahrzehnten kein bisschen einfacher geworden! Meines Erachtens ist die richtige Blende entscheidend. Motive zu isolieren, ist bei Makro-Objektiven mit großer Lichtstärke einfacher, wohingegen lichtschwächere Objektive besser geeignet sind, wenn Motive in einen Kontext gesetzt werden sollen. Ich empfehle, keine kleinere Blende als 16 zu verwenden, da ansonsten das physikalische Phänomen der Lichtbeugung verhindert, dass die notwendige Schärfe und der erforderliche Kontrast erzielt werden.

3. Winkel beachten
Wenn bei einer einzelnen Aufnahme das gesamte Motiv scharf wiedergegeben werden soll, besteht der Trick darin, auf der Höhe der Kamera zu bleiben – genau genommen auf Höhe der Oberfläche des Sensors, der so parallel wie möglich zum Motiv ist. Es kann ganz schön schwierig sein, ein mehrdimensionales Motiv wie einen Schmetterling vollständig scharf abzubilden. Stehen die Flügel parallel zur Kamera und zu den Sensoren, können die Flügel relativ einfach komplett scharf abgebildet werden. Stehen die Flügel jedoch in einem Winkel zum Sensor, sind nur ein paar Zentimeter des Flügels scharf. In diesem Fall hilft die Methode des Focus Stackings. Ich wende diese Methode häufig an. Hierfür mache ich eine Reihe von Aufnahmen vom nächstgelegenen Punkt des Motivs bis zum am entferntesten gelegenen Punkt. Aus diesen jeweils teilweise scharfen Aufnahmen lässt sich ein Bild zusammenstellen, auf dem das gesamte Motiv scharf ist. Hierfür müssen die Einzelbilder nachträglich zu einem perfekten Bild zusammengeführt werden. Focus Stacking ist eine großartige Technik! Bei der Aufnahme der Einzelbilder empfehle ich, alle Einstellungen (Fokus, Belichtungsdauer, ISO-Empfindlichkeit, Blende und Weißabgleich) manuell vorzunehmen.

4. Bewegte Motive
Bei bewegten Motiven empfiehlt sich der Einsatz eines Blitzgeräts. In diesem Fall können Sie sehr kurze Belichtungszeiten wählen und die Bewegung des Motivs einfrieren. Diese Vorgehensweise ist besonders hilfreich bei Aufnahmen von Insekten wie etwa Bienen oder meinem Lieblingsinsekt, der Kleinlibelle.

5. Objektive mit Bildstabilisator
Häufig ist der Einsatz eines Stativs bei der Aufnahme nicht möglich oder unpraktisch. In diesem Fall verhindern Objektive mit integriertem Bildstabilisator (VR) Bewegungsunschärfen, die durch eigene Körperbewegungen während der Aufnahme verursacht werden.

Übung macht den Meister
Wie überall in der Fotografie können Sie die Kunst der Makrofotografie am besten perfektionieren, wenn Sie mit unterschiedlichen Objektiven, Motiven und Lichtsituationen experimentieren. Bei diesem Shooting war der Rost auf den alten Fahrzeugen eine völlig neue Herausforderung, da ich so etwas noch nie fotografiert hatte. Aber mit der richtigen Ausrüstung und meinen Kenntnissen über die Makrofotografie konnte ich ein wenig experimentieren und auf diese Weise sind einige ungewöhnliche und ausdrucksstarke Bilder entstanden. Ich habe bei diesem Shooting eine Menge gelernt.

Über Nikon:
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