Nikon Imaging | Österreich | Europa

Als schwedischer Fotograf war Joel von dem Volk der Samen fasziniert, das Teile Schwedens schon seit über 5.000 Jahre besiedelt. Gemeinsam mit Nikon und auf seinen Wurzeln in der Sportfotografie aufbauend zeigt uns Joel den Alltag der Samen. Dabei wirft er Stereotypen über Bord und zeigt den Übergang von der traditionellen zur modernen Lebensweise.

Maxida Märak

Maxida Märak ist eine Künstlerin und arbeitet in Stockholm.

„Als ich aufgewachsen bin, fehlten mir irgendwie die Vorbilder, die sich für die Rechte der Ureinwohner einsetzen, und deshalb wuchs in mir der Gedanke, selbst zu einem Vorbild zu werden.“

Ola Stinnerbom

Ola Stinnerbom, Samen-Künstler und Trommelbauer.

„Mir ist es ein Anliegen, der Samen-Trommel wieder Leben einzuhauchen und zu zeigen, wie man sie auch in modernen Zeiten einsetzen kann. Ich möchte die Kinder der Samen und andere junge Menschen dazu anregen, sich ihre eigene Trommel zu bauen und auch darauf zu spielen, um unsere kulturellen Wurzeln nicht zu vergessen.“

Merethe Kuhmunen

Merethe Kuhmunen, Studentin im Fachbereich Leder und Textilien am Ausbildungszentrum der Samen (Sami Education Centre).

„Ich erinnere mich an das erste Mal, als mir bewusst wurde, dass ich mich zu Mädchen hingezogen fühle. Da war ich 10 Jahre alt. Da, wo ich herkomme, wird über LGBT nicht geredet. Es hat also lange gedauert, bis ich mein Coming Out hatte. Danach war es, als würde sich eine neue Welt für mich öffnen. Aber selbst heute gibt es noch einiges zu tun, was die Thematik der Schwulen- und Lesbenbewegung in Sápmi angeht. Ich werde nicht aufgeben. Ich glaube, dass jeder genau das sein sollte, wozu er oder sie geboren wurde.“

Marika Renhuvud

Marika Renhuvud ist Tänzerin und am Wasserfall von Storsätern an Schwedens abgelegenster Samensiedlung Idre aufgewachsen.

„Wir sind nach Falun gezogen, als ich 10 Jahre alt war, dort habe ich dann mit dem Tanzen angefangen. Seit damals tanze ich und jetzt lebe ich in Stockholm und studiere Tanz an der Ballettakademie.

Ich hatte nicht unbedingt geplant, den Tanz zu meinem Beruf zu machen. Ich habe es mein ganzes Leben lang geliebt, mit den Rentieren zu arbeiten und bin schon als Kind mit meinem Vater in den Rentierwald gezogen. Das mache ich wirklich gerne. Aber ich musste auch feststellen, dass ich liebend gerne tanze. Das macht mich glücklicher als alles andere auf der Welt.

Ich glaube, dass man über den Tanz Geschichten über unsere Kultur erzählen kann. Ich kann mich damit ausdrücken, meinen Schmerz, was ich fühle und denke und was ich gerne in unserer Gesellschaft ändern würde.“

Matti Berg

Matti Berg ist Vorsitzender der Samensiedlung Girjas. Eine Entscheidung im Amtsgericht Gällivare im Februar 2016 verlieh Girjas exklusive Fisch- und Jagdrechte in der Umgebung. Damit wurde den Samen ihr angestammtes Recht wiedererkannt, das ihnen 1993 im Schwedischen Parlament abgesprochen worden war.

„Dieses Land bedeutet mir so viel, es ist Teil von mir, Teil meiner Leute und Teil unserer Identität. Das Land ist alles für uns.“

Katarina Kielatis

Katarina Kielatis, Studentin im Fachbereich Leder und Textilien am Ausbildungszentrum der Samen.

„Ich mag das Wort ‚Lappen‘ nicht, denn es ist ein entwürdigendes, herabsetzendes und diskriminierendes Wort, mit dem uns die schwedische Regierung bezeichnet hat. Ich ziehe das Wort ‚Samen‘ vor, da das Volk der Samen dieses Wort immer schon verwendet hat.“

Bo Sunna

Schon seit den 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts kämpfen Bo Sunna und seine Familie gegen die lokalen und nationalen Behörden. Sie fordern das Recht zurück, Rentiere zu hüten, und damit ihre Identität als Samen und ihre Rechte als Ureinwohner.

Derzeit leben die Familie und ihre Rentiere außerhalb des Rechtssystems und ohne den Schutz, der anderen Samen zusteht. Bo Sunnas Kindern und seinen Enkelkindern ist es nicht erlaubt, Rentiere zu besitzen, obwohl sie Samen sind und Teil einer Familie mit einer langen Tradition des Rentierzüchtens.

Anders Sunna

Anders Sunna, Künstler

„Viele Aspekte meiner Kunst basieren auf den Erfahrungen und den Ereignissen in meiner Familie. Dazu gehört auch die Umsiedlung, die 1986 durchgeführt wurde.“

Mattias Jonsson

„Ich hatte eine fantastische Kindheit. Das verdanke ich der Kultur und der Lebensart der Samen. Ich möchte meine Kindern auch so aufwachsen sehen und ihnen dabei immer zur Seite stehen.“