The Set Up: Verträumte Porträts mit der Nikon Z5II und Rafaelle Lorgeril

Rafaelle LorgerilPorträts23 Feb. 20263 Minuten Lesezeit
Nikon magazine - The Set Up

Taucht ein in die Traumwelt der Pariser Fotografin Rafaelle Lorgeril. In Folge 2 unserer Serie „The Set Up“ schauen wir ihr bei der Arbeit mit der Nikon Z5II über die Schulter.

„Wie soll ein Model Ausdruck zeigen, wenn der Studiohintergrund optisch wenig inspirierend ist? Meine Antwort? Ich entwerfe und baue das Set selbst!“ Sagt die Pariser Porträtfotografin Rafaelle Lorgeril, die von einfachen Hintergründen und gekauften Setups gelangweilt ist. Sie schöpft aus ihrer Leidenschaft für die Kunst und erschafft individuelle Kulissen – fern vom Gewöhnlichen und voller Anklänge ans Surreale. „Die Fotografie hält die Welt so fest, wie sie ist. Durch Szenografie, Nachbearbeitung, unrealistische Kulissen und Farbkorrekturen kann ich dem, was bereits existiert, etwas Besonderes verleihen.“

Den Auftrag, mit der Nikon Z5II eine Porträtsession im Studio aufzunehmen, verfolgte Rafaelle mit ihrem üblichen Ansatz: Sie entwarf und baute ihr Set selbst. Mit viel Stoff in breiten, abstrakten Streifen in stimmungsvollen Farben von Waldgrün und Marineblau bis hin zu holzigem Ocker und gebranntem Terrakotta. „Ich liebe Malerei, Textur, Unschärfe, Farbe und es fasziniert mich, wie Licht geformt wird – Elemente, die Realität und weniger Sichtbares verschmelzen lassen“, erläutert sie. „Ganz gleich, wie viele Ideen ich verwirkliche: Ich bewege mich gerne zwischen diesen beiden Welten.“

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Z5II + NIKKOR Z 24-70mm f/4 S, 50 mm, ISO 400, f/6.3, 1/6 s, ©Rafaelle Lorgeril

In dieser unwirklichen Umgebung präsentiert Model Issa zwei stark kontrastierende Looks. Zunächst eine moderne, Steampunk-Interpretation eines Dickens'schen Streetstyles – gefolgt von einer weicheren, puppenhaften Ästhetik, die durch eine übergroße weiße Seidenschleife und ein bauschiges Oberteil geprägt ist. „Ich arbeite als Fotografin am liebsten im Freien, daher ist das Studio für mich stets eine Herausforderung“, erklärt Rafaelle. „Um meine Ideen zu verwirklichen, muss ich immer kreative Lösungen finden. Zusammen mit dem Styling verleihe ich dem Model so zusätzlich einen besonderen Charakter.“

Ob im Studio oder im Freien: Die Künstlerin sagt, dass sie vor allem eine Kamera braucht, die mit ihrem Tempo mithalten kann. „Ich bin sehr dynamisch. Deshalb ist das Gewicht meiner Ausrüstung für mich ein entscheidender Faktor – es darf meine kreativen Impulse niemals bremsen“, sagt sie. „Je kompakter und leichter, desto besser. Ich muss völlig in den kreativen Prozess eintauchen können. Die Nikon Z5II erfüllt diese Anforderung. Ich arbeite wirklich gerne mit ihr, da sie sowohl ergonomisch als auch leicht ist und zugleich hervorragende Leistung bringt.“

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Z5II + NIKKOR Z 24-70mm f/4 S, 70 mm, ISO 400, f/6.3, 1/6 s, ©Rafaelle Lorgeril

Wie viele Fotograf:innen nutzt Rafaelle das Kameradisplay, um das Bild zu komponieren – und profitiert somit in vollem Umfang vom voll beweglichen Touchscreen der Nikon Z5II. „So habe ich das Geschehen im Blick und kann es direkt mit dem Bild auf der Kamera vergleichen“, erklärt sie. „Ich habe das Gefühl, zwei Realitäten parallel zu betrachten, was mir eine bessere Kontrolle über das endgültige Bild ermöglicht. Wenn ich mein Auge am Sucher habe, fühle ich mich zu sehr von der Außenwelt abgekoppelt.“

Rafaelle wechselt zwischen dem NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S für Nahaufnahmen und breitere Kompositionen, und dem NIKKOR Z 85mm f/1.2 S für sein weiches Bokeh. Dabei achtet sie genau darauf, wie das Licht ihre Bilder formt. „Bei der Beleuchtung achte ich besonders auf die Positionierung meines Motivs“, erklärt sie. „Woher kommt das Licht und wie sollte es platziert werden, um das, was ich ausdrücken möchte, optimal zur Geltung zu bringen? Es dreht sich alles um Beobachtung und Komposition.“

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Z5II + NIKKOR Z 24-70mm f/4 S. Links/oben: 35 mm, ISO 400, f/6.3, 1/6 s, ©Rafaelle Lorgeril. Rechts/unten: 70 mm, ISO 400, f/6.3, 1/125 s, ©Rafaelle Lorgeril

Diese Sensibilität für Licht und Komposition spiegelt sich auch direkt in Rafaelles Verwendung von Farben wider, mit denen sie Stimmungen erzeugt. In dieser Session tendiert sie zu kühleren Farbtönen. „Wie in meiner Malerei habe ich keine Hemmungen, mit hyperrealistischen Farbtönen zu experimentieren, um alltägliche Szenen zu veredeln“, erklärt sie. „Früher habe ich mit wärmeren Farbtönen gearbeitet. Mit der Zeit habe ich mich ganz natürlich anderen Farbpaletten zugewandt. Ich habe viel Freude daran, meine eigenen Bildrezepte in der Nikon Imaging Cloud zu erstellen. So kann ich meine künstlerischen Ideen direkt in den Bildgestaltungsprozess einfließen lassen. Anstatt Farbe und Wiedergabe als einen Schritt in der Postproduktion zu betrachten, kann ich mit diesen Rezepten von Anfang an eine visuelle Atmosphäre schaffen. Meine Rezepte spielen mit gedämpften Kontrasten, subtiler Entsättigung und kühleren Farbtönen – wobei die Weichheit der Hauttöne erhalten bleibt. Sie erzeugen ein leicht entrücktes, fast zeitloses Gefühl, das irgendwo zwischen Realismus und Fantasie angesiedelt ist. Bildrezepte sind eine hervorragende Möglichkeit, Farbe und Licht besser zu verstehen. Ich kann allen Fotograf:innen nur empfehlen, sie auszuprobieren.“

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Z5II + NIKKOR Z 24-70mm f/4 S, 70 mm, ISO 400, f/6.3, 1/125 s, ©Rafaelle Lorgeril

Jenseits von Technik und Tools spricht Rafaelle auch gern über ihre kreative Philosophie. Als Nikon Creatorin besinnt sie sich immer wieder auf ihr Mantra: Übung, Geduld, Persönlichkeit und Leidenschaft. „Unabhängig vom Fachgebiet muss man die Grundlagen verstehen, bevor man sie dekonstruiert und experimentiert. Selbst abstrakte Maler:innen beginnen mit einer klassischen Ausbildung“, erklärt sie. „Sobald man die Technik beherrscht, kann man alles machen. Geduld ist ebenfalls wichtig. Ein persönlicher Stil entwickelt sich nicht über Nacht – er wächst mit der Zeit und wird von allem geprägt, was wir erleben, hören und beobachten. Die Bewahrung der eigenen Persönlichkeit ist für die Entwicklung einer künstlerischen Stimme von entscheidender Bedeutung. Kunst ist etwas sehr Persönliches, sie ist ein inneres Gefühl, das man nach außen hin ausdrücken möchte, und keine Reaktion auf eine Vorgabe. Und schließlich ist Leidenschaft das Element, das alles zusammenhält, geleitet von einer einzigen Sache: dem Herzen.“

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Folge 2: The Set Up mit Rafaelle Lorgeril

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