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So filmt man Action-Porträts

Camille Hewitt5 Minuten Lesezeit03 Aug. 2026Porträts
Nikon magazine - action portraits

Ein Action-Porträt zu fotografieren ist eine Sache – aber habt ihr schon einmal darüber nachgedacht, eines zu filmen? Die Mode- und Porträtfotografin Camille Hewitt erklärt, wie …

Wie filmt man ein Action-Porträt? Nun, ihr nehmt die Idee eines Action-Porträtfotos und gebt ihr Raum für Bewegung. Es eignet sich perfekt für Motive, bei denen Bewegung ein wesentlicher Bestandteil ist, wie beispielsweise bei Sportler:innen oder Künstler:innen. Hier kann der Fokus auf die Bewegungen gelegt werden, um die jeweilige Aktion viel realistischer darzustellen als mit einem Foto. Ein Action-Porträt unterscheidet sich jedoch von der bloßen Aufzeichnung einer sich bewegenden Person, da es besser geplant und durchdacht ist. Wählt einen bestimmten Ort, ein bestimmtes Thema, ein bestimmtes Outfit oder einen bestimmten Bildausschnitt. In der Regel ist das Ergebnis ein kurzer, fokussierter Clip, in dem möglicherweise bestimmte Kameratechniken wie Schwenks oder Effekte wie Zeitlupe zum Einsatz kommen. Dadurch werden die Bewegungen des Motivs hervorgehoben oder betont.

Hier ist meine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Planung, Aufnahme und Optimierung eurer eigenen Action-Porträts.

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Verleiht eurem Action-Porträt mehr Spielraum, indem ihr es als Filmclip aufnehmt. Schaut euch das Video an, um mehr zu erfahren.

Schritt 1: Eine Geschichte entwickeln

Tanzende eignen sich aufgrund der Vielfalt ihrer Bewegungen hervorragend als Motive für Action-Porträts. Daher war mir klar, dass ich für dieses Projekt eine Tänzerin als Motiv wählen wollte. Aber auch Sportler:innen aller Art und Künstler:innen, bei deren Darbietungen Bewegung eine Rolle spielt, funktionieren genauso gut.

Ich habe einen idyllischen Ort am See gefunden, der mich auf die Idee brachte, das Projekt „Swan Dance“ zu nennen. Ich hatte mir vorgenommen, dass die Tänzerin an einen Schwan erinnern sollte. Mein Model, Kene’h, trug ein weißes, luftiges Outfit und hob sich optisch eindrucksvoll vom grünen Hintergrund ab. Der Stoff war locker, sodass er sich bei ihren Bewegungen und im Wind frei bewegen konnte.

Top-Tipp: Achtet bei der Auswahl der Kleidung für ein Action-Porträt darauf, dass sich euer Model frei bewegen kann und durch das Outfit in keiner Weise eingeschränkt wird.

Nikon magazine - action portraits
Nikon magazine - action portraits
Action-Porträts eignen sich besonders für alle, die sich bewegende Motive festhalten möchten – sei es Sport, Tanz oder andere Darbietungen, bei denen Bewegung Teil der Geschichte ist. Schaut euch das Video an, um mehr zu erfahren.
Schritt 2: Das richtige Objektiv wählen

Für diese Action-Porträts habe ich das NIKKOR Z DX 16-50mm f/2.8 VR verwendet, das im 35-mm-Vollformat einer Brennweite von 24–75 mm entspricht. Ich war wirklich beeindruckt davon, was es alles kann. Die Bildqualität und die Schärfe haben mich überzeugt. Da gibt es wirklich nichts zu beanstanden!

Bei Dreharbeiten im Freien könnt ihr euch nie ganz auf das Wetter verlassen. Die Verwendung eines Objektivs mit einer durchgehenden Blende von f/2.8 ermöglicht es euch, auch bei wechselnden Lichtverhältnissen mit konstanten Belichtungseinstellungen zu arbeiten. Gleichzeitig könnt ihr so den Look eures Filmmaterials über den gesamten Zoombereich hinweg einheitlich gestalten. Ich habe mich außerdem für f/2.8 entschieden, um mit geringer Tiefenschärfe einen filmischen Look zu erzeugen. Dadurch kam das zentrale Motiv der Szene noch stärker zur Geltung.

Was die Brennweite angeht, habe ich in der Regel für fantastische Weitwinkelaufnahmen 16 mm verwendet. So konnte ich Kontext und Umgebung einfangen, ohne mich wirklich weit entfernt aufstellen zu müssen. Mit 50 mm konnte ich wunderschöne Nahaufnahmen machen und der Tänzerin dennoch genug Platz zum Tanzen lassen, ohne ihr dabei im Weg zu stehen.

Top-Tipp: Versucht, euer Motiv mithilfe von Objekten im Vordergrund und Hintergrund zu rahmen. So verleiht ihr eurem Filmmaterial mehr Dynamik.

Sobald Bewegung ins Spiel kommt, ist es wichtig, sich mit dem Motiv mitzubewegen, um es scharf zu halten. Wenn ihr Ton aufnehmt, achtet außerdem auf Hintergrundgeräusche.

Nikon magazine - action portraits
Schritt 3: Einstellungen auswählen

Die Kamera, die ich verwendet habe – die Nikon Z50II – hat mir unglaublich gut gefallen. Der Autofokus war unglaublich – er passte sich blitzschnell an und folgte der Tänzerin, während sie sich durch den Bildausschnitt bewegte. Ich habe den kontinuierlichen Autofokus-Modus mit der Einstellung „Personen verfolgen“ verwendet, da dieser Modus Bewegungen automatisch verfolgt euer Motiv zuverlässig im Fokus hält – statt auf den Hintergrund zu fokussieren. Dieser Modus eignet sich perfekt für Action-Porträts.

Die Z50II kann mit 60p aufnehmen. Das würde ich empfehlen, wenn ihr euer Filmmaterial wirklich verlangsamen und flüssige Action-Porträts mit Zeitlupe erstellen möchtet. Ich habe jedoch durchgehend 30 fps verwendet, da ich die Clips im Nachhinein nicht zu stark verlangsamen wollte.

Haltet den ISO-Wert so niedrig wie möglich, um Bildrauschen zu vermeiden. Auch wenn es an diesem Tag leicht bewölkt war, war der Himmel glücklicherweise recht hell, sodass ich die ISO-Empfindlichkeit niedrig halten und trotzdem ein helles, klares Bild aufnehmen konnte.

Top-Tipp: Stellt bei Action-Porträtaufnahmen den Autofokus auf „3D-Tracking“ ein, damit euer Motiv auch dann scharf bleibt, wenn es sich im Bildausschnitt bewegt.

Flüssige Bewegungen, ein präziser Weißabgleich, eine sorgfältige Farbkorrektur und eine gewisse Tiefenwirkung lassen ein Videoporträt professioneller wirken.

Schritt 4: Die Stimmung mit dem Weißabgleich gestalten

Da wir im Freien drehten, verzichtete ich auf zusätzliche Beleuchtung, weil ich mit natürlichem Licht arbeiten wollte. Ein bewölkter Tag kann tatsächlich sehr nützlich sein. Für dieses Projekt hat es sich bewährt, da ich die Belichtung nicht ständig neu einstellen musste. Außerdem habe ich bewusst einen offenen Ort ohne Überdachung gewählt. So hatte ich maximale freie Sicht und Helligkeit. Wir haben am frühen Abend gedreht, da ich vermeiden wollte, dass die Mittagssonne direkt über dem Motiv stand.

Ich würde euch empfehlen, vor der Wahl des Weißabgleichs darüber nachzudenken, welche Stimmung ihr erzeugen möchtet. Denn er kann die Gesamtwirkung des Filmmaterials erheblich beeinflussen. Die Weißabgleich-Einstellungen der Nikon Z50II waren hervorragend, sodass ich beim Filmen eine ausgewogene Farbwiedergabe erzielen konnte. Ich habe die Option „Schatten“ verwendet, da sie den Videos einen wärmeren Ton mit stärkerem Vintage-Look verlieh.

Das Original-Filmmaterial sah schon fantastisch aus. Ich habe es anschließend noch leicht bearbeitet und farbkorrigiert, da ich wollte, dass die Bäume und die Vegetation in einem dunkleren Grün erscheinen und die Haut der Tänzerin satt und lebendig wirkt.

Top-Tipp: Nehmt euch vor dem Dreh die Zeit, den passenden Weißabgleich einzustellen, da dies wirklich dazu beitragen kann, den gewünschten Ton und die gewünschte Atmosphäre direkt in der Kamera zu erzeugen.

Folgt den Bewegungen eures Motivs mit der Kamera. Hebt das Motiv beispielsweise die Arme, neigt die Kamera nach oben und fahrt näher heran, um dem Motiv zu folgen. Der Klappbildschirm ist dafür wirklich praktisch.

Schritt 5: Mit dem Motiv bewegen

Bei Action-Porträts finde ich es wichtig, dass die Bewegung realistisch und natürlich wirkt und nicht übermäßig inszeniert oder choreografiert. Kene’h ist eine unglaublich talentierte Freestyle- und Contemporary-Tänzerin. Ich habe ihr zwar grobe Vorgaben gegeben, sie aber gebeten, zu improvisieren, die Kamera zu vergessen und sich ganz auf das Gefühl einzulassen, von der Natur umgeben zu sein. So waren ihr Tanz und ihre Bewegungen vollständig von ihrer Umgebung inspiriert. Ich habe einen Lautsprecher mitgebracht, damit sie sich zur Musik bewegen konnte. Das ist bei solchen Aufnahmen generell eine gute Idee.

Ich habe Kene’h gebeten, beim Freestylen auf die Ausdrucksstärke ihres Gesichts zu achten. Wenn sie dann eine Bewegung machte, die im Porträt toll aussah, bat ich sie, diese mehrmals zu wiederholen, um sicherzustellen, dass sie perfekt in Szene gesetzt und eingefangen wurde.

Meiner Meinung nach ist es am besten, sich mit dem Motiv mitzubewegen, um das Geschehen authentisch einzufangen. Ich mache zwar auch immer statische Videos, aber in der Regel bevorzuge ich Action-Porträts, bei denen sich die Kamera bewegt, da sie Dynamik vermitteln und weniger wie ein Standbild-Porträt wirken. Wenn ihr mit einem anderen Motiv arbeitet, beispielsweise mit Fußballspieler:innen oder Parkour-Sportler:innen, sind statische Aufnahmen möglicherweise besser geeignet, um das Geschehen in seiner Gesamtheit darzustellen. Hier jedoch, bei einer Tänzerin, setze ich gerne Schwenks, Verfolgungsaufnahmen, Push-ins und Pull-backs ein.

Top-Tipp: Wendet Kameratechniken an, die sich an den Bewegungen eures Motivs orientieren. Hebt euer Motiv beispielsweise im Rahmen einer Bewegung die Arme, neigt die Kamera nach oben und fahrt näher heran, um die Bewegung vollständig zu verfolgen. Das zieht den Zuschauer in den Clip hinein und lässt die Action viel natürlicher wirken.

Um die Stabilität zu verbessern, haltet die Kamera etwas vom Körper entfernt und sorgt dafür, dass der Kameragurt im Nacken straff sitzt.

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Schritt 6: Ruhig halten

Um professionell wirkende Action-Porträtvideos zu erstellen, müsst ihr das Filmmaterial ruhig halten. Das heißt aber nicht, dass ihr unbedingt ein Gimbal verwenden müsst. Ihr könnt die Kamera ruhig halten, indem ihr sie mit beiden Händen festhaltet und sie dann leicht vom Körper weghaltet, wobei der Kameragurt hinten im Nacken straff sitzt. Das hilft, Verwacklungen zu vermeiden, und gibt euch mehr Kontrolle.

Top-Tipp: Verwendet für Videoaufnahmen unbedingt die elektronische Bildstabilisation der Kamera (VR). Das ist besonders hilfreich, wenn ihr aus der Hand filmt oder den Bewegungen des Motivs folgt.

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