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8 Kompositionsideen für starke Landschaftsbilder

Stefan Forster5 Minuten Lesezeit01 Apr. 2026Kamera-Einmaleins
Nikon magazine - Landscapes with Stefan Forster

Was macht einen gelungenen Bildausschnitt für Landschaftsbilder aus? Nikon-Ambassador Stefan Forster führt uns durch einige seiner Lieblingstechniken …

Um sicherzugehen, dass ein Landschaftsbild wirklich ausdrucksstark wird, kehre ich mehrmals an denselben Ort zurück, bevor ich die Aufnahme mache. In der Landschaftsfotografie ist das Motiv zwar wichtig, doch noch entscheidender ist die Stimmung, die durch das Licht, das Wetter und den Bildausschnitt entsteht, der das Motiv in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der Betrachter:innen rückt.

Zu Beginn meiner Fotografie-Workshops stelle ich oft fest, dass Fotograf:innen Schwierigkeiten haben, einen Bildausschnitt zu wählen. Hier kommen diese Tipps ins Spiel.

Nikon magazine - Landscapes with Stefan Forster

Z8 + NIKKOR Z 24-120mm f/4 S, 46 mm, 1/30 s, f/9, ISO 64 © Stefan Forster

1. Klassischer Bildausschnitt

Bei diesem klassischen Bildausschnitt steht das Hauptmotiv im Mittelpunkt. Der kleine Bach dient als Führungslinie zum isländischen Vulkan Maelifell. Die Aufnahmehöhe wurde bewusst so gewählt, dass der Bach nicht vom Vordergrund überlagert wird. Eine zu niedrig gewählte Perspektive kann zu unerwünschten Überlappungen von Bildebenen führen und das Bild stören.

Wie funktioniert das?Findet euer Hauptmotiv und erkundet dann die Landschaft, bis ihr ein Element im Vordergrund entdeckt, das darauf zeigt. Gebt euch nicht mit dem ersten Vordergrund zufrieden, den ihr entdeckt. Lasst euch Zeit – und gebt der Komposition Raum, sich zu entfalten.

Nikon magazine - Landscapes with Stefan Forster

Z8 + NIKKOR Z 24-120mm f/4 S, 24 mm, 1/40 s, f/9, ISO 200 © Stefan Forster

2. Führungslinien

Sanddünen eignen sich hervorragend, um das Komponieren von Bildern zu lernen. Alles ist voller Linien und schon eine kleine Höhenverschiebung kann das Bild ruinieren. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, die wichtigsten Linien zu identifizieren und miteinander zu verknüpfen. Auf diesem Bild der Rub’ al Khali in Oman verläuft ein Hauptkamm über die unteren 62 % (gemäß dem Goldenen Schnitt), während eine Mittellinie den Vordergrund mit dem Hintergrund verbindet. Licht und Schatten prägen die Dünen und schaffen sonnenbeschienene und schattige Abschnitte, die die Szene von beiden Seiten subtil einrahmen.

Wie funktioniert das?Steigt zum höchsten Punkt hinauf und arbeitet euch dann entlang der Linien nach unten. Haltet die Kamera niemals zu tief, da dies die Tiefenwirkung verringert und die optische Länge der Linie verkürzt. Strebt eine Höhe von 1,3 bis 1,8 m an.

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Z9 + NIKKOR Z 100-400mm f/4.5-5.6 VR S, 400 mm, 1/2000 s, f/8.0, ISO 640 © Stefan Forster

3. Yin und Yang

Ich beschreibe diesen Bildausschnitt gerne als Yin und Yang, da der schneebedeckte Eisberg in zwei kontrastierende Hälften geteilt ist. Um dem weißen Bereich das gleiche visuelle Gewicht wie dem dynamischen blauen Abschnitt zu verleihen, wartete ich, bis der Eselspinguin in der Mitte der Fibonacci-Spirale erschien. Dadurch wurde das Gleichgewicht des Bildausschnitts wiederhergestellt.

Wie funktioniert das? Ergänzt ein farbenfrohes Motiv mit markanten Linien und hohem Kontrast um einen bewusst schlichten, ruhigeren Bereich, der diagonal oder auf der anderen Seite des Bildes platziert ist. Es ist wichtig, in den monotonen Bereich ein Element einzubringen, das einen Gegenpol zur dynamischeren Seite bildet. Zum Beispiel reicht bei blauem Himmel oft schon eine kleine Wolke.

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Z8 + NIKKOR Z 14-30mm f/4 S, 14 mm, 1/50 s, f/10, ISO 64 © Stefan Forster

4. Die Drittelregel

Manche Kompositionen leben von einem Gefühl der Weite, doch der Schlüssel liegt darin, zu entscheiden, was gemäß der Drittelregel 66 % des Bildausschnitts einnehmen sollte. Hier stehen die Farben und Formen des Vordergrunds im Kontrast zur Weite eines grönländischen Fjords. Vertikal füllt eine dichte Wolkendecke die oberen beiden linken Drittel aus, während auf der rechten Seite hellere Wolken und blauer Himmel für Ausgleich sorgen. Im Vordergrund steht ein farbloser Felsen im Kontrast zu den bunten Flechten und bildet so eine Abgrenzung an der Vorderseite.

Wie funktioniert das? Wenn ihr zu tief geht, riskiert ihr selbst bei f/16, die Schärfe von vorne bis hinten zu verlieren. Außerdem würde die räumliche Tiefe durch Farbunterschiede verloren gehen, da der unmittelbare Vordergrund die nächsten 10 bis 20 m verdecken würde.

Nikon magazine - camera 101: creative compositions for landscapes

Z7 + NIKKOR Z 14-30mm f/4 S, 15 mm, 1/80 s, f/10, ISO 64 © Stefan Forster

5. Motiv mittig platzieren

Man vermeidet es oft, ein Motiv mittig zu platzieren, weil dies als „zu einfach“ gilt, doch manche Motive lassen sich gar nicht anders platzieren – insbesondere wenn sie sich gleichmäßig in alle Richtungen erstrecken. In solchen Fällen ist die einfachste Lösung oft die beste. Hier schafft der Regenbogen eine Balance, die sich ganz natürlich in den symmetrischen Bildausschnitt einfügt.

Wie funktioniert das?Der Regenbogen hat rundum viel Platz, um seine Wirkung zu entfalten, was durch ein Weitwinkelobjektiv mit 15 mm Brennweite ermöglicht wird. Hier bringt ein bedeckter Himmel das Grün im Vordergrund besser heraus als direktes Sonnenlicht. Für mich kommen Eis, Gletscher, Wälder und Wasserfälle oft bei schlechtem Wetter am besten zur Geltung.

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Z8 + NIKKOR Z 24-120mm f/4 S, 49 mm, 1/160 s, f/11, ISO 250 © Stefan Forster

6. Der Goldene Schnitt

Viele Fotograf:innen konzentrieren sich auf die Weite einer Landschaft und übersehen dabei die Vielfalt kleiner Details. Daher kann es sinnvoll sein, einen kleineren Ausschnitt herauszugreifen. Auf diesem Bild vom Fossil Canyon in Patagonien, der von Gletschern und geschichteten Gesteinsformationen geprägt ist, stehen kleine Linien, Farben und Formen im Vordergrund und nicht die klassische beeindruckende Landschaft.

Wie funktioniert das?Ich habe diese „Miniaturlandschaft“ nach dem Goldenen Schnitt angeordnet, wobei der Berggipfel etwa 38 % vom linken Bildrand entfernt liegt. Der Abstand zwischen dem Schatten des einzelnen Steins und dem unteren Bildrand entspricht dem zwischen dem Berggipfel und dem oberen Bildrand. Die zerklüfteten Gipfel oben rechts bilden einen Gegenpol zum Stein unten links. Wenn mir die Wahl des Bildausschnitts nicht sofort klar ist, wähle ich einen etwas weiteren, zum Beispiel mit 40 mm statt 50 mm, und beschneide das Bild später bei der Bearbeitung.

Nikon magazine - Landscapes with Stefan Forster

Z9 + NIKKOR Z 14-24mm f/2.8 S, 22 mm, 60 s, f/7.1, ISO 100 © Stefan Forster

7. Die Spiegelungsregel

Eine der einfachsten Kompositionstechniken ist die Spiegelungsregel, wie sie hier auf diesem Bild der Torres del Paine im chilenischen Patagonien zu sehen ist. Der Horizont ist mittig platziert, sodass der Abstand vom Hauptmotiv zum oberen Bildrand genauso groß ist wie der Abstand seiner Spiegelung zum unteren Rand.

Wie funktioniert das? Für eine perfekte Spiegelung und einen zentrierten Horizont ist absolute Ruhe unerlässlich. Wenn ihr glaubt, dass sich dieser Effekt mit einem ND-Filter und Langzeitbelichtung erzielen lässt, obwohl der Wind die Wasseroberfläche aufwirbelt, liegt ihr falsch. Lange Belichtungszeiten lassen das Wasser zwar glatt erscheinen, erzeugen aber keine richtigen Spiegelungen. In diesem Fall ist Geduld die einzige Lösung.

Nikon magazine - Landscapes with Stefan Forster

Z8 + NIKKOR Z 14-30mm f/4 S, 14 mm, (1/10 s, 1/60 s, 1/250 s) f/10, ISO 160 © Stefan Forster

8. Regeln brechen

Dieses Bild der Salar de Uyuni in Bolivien bricht mit allen Regeln – und genau darum geht es. Fotografie folgt bestimmten Regeln, aber wenn ein Verstoß dagegen die Wirkung verstärkt, ist dies gerechtfertigt. Mein Ziel war es, eine Kameraposition mit zentimetergenauer Präzision zu finden, sodass beide Höhlenöffnungen zu sehen waren und keine der Kakteen die Ränder berührte.

Wie funktioniert das?Dieser Bildausschnitt war nur mit einem 14-mm-Objektiv möglich. Mit einer Belichtungsreihe von drei Bildern im Abstand von jeweils zwei Blendenstufen konnte der extreme Kontrast eingefangen werden. Ein zirkularer Polfilter verdunkelte den Himmel, während ein Stativ, die Spiegelvorauslösung und die deaktivierte Bildstabilisierung für eine perfekte Ausrichtung sorgten – wichtig, um die Aufnahmen später in der Nachbearbeitung problemlos zusammenzufügen.

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