Nächtliche Straßenaufnahmen mit dem NIKKOR Z DX 16-50mm f/2.8 VR und dem NIKKOR Z DX MC 35mm f/1.7

Für manche schwindet mit dem Licht auch die Motivation. Doch wer sich nach Einbruch der Dunkelheit hinauswagt, entdeckt eine ganz andere Seite von Orten, die man zu kennen glaubte.
Ich gebe es zu. Normalerweise fotografiere ich tagsüber, aber es hat etwas ganz Besonderes, die Welt bei Nacht aufzunehmen. Sobald sich die Menschenmengen gelichtet haben und sich das Licht zu verändern beginnt, können selbst die vertrautesten Orte einen völlig anderen Charakter annehmen. Dunkelheit kann genutzt werden, um den Blick zu lenken, Atmosphäre zu schaffen und Raum für Fantasie zu lassen – etwas, das Tageslicht oft nicht leisten kann. Ganz gleich, ob ihr mit einem Zoomobjektiv wie dem NIKKOR Z DX 16-50mm f/2.8 VR diskret aus dem Schatten fotografiert oder mit einem Objektiv wie dem NIKKOR Z DX MC 35mm f/1.7 in persönlichere Momente eintaucht: Straßenfotografie nach Einbruch der Dunkelheit ist eine hervorragende Möglichkeit, eure Kreativität zu entfalten und eure Umgebung in einem ganz neuen Licht zu sehen.

Was steckt in der Kameratasche?
Jede Lichtquelle, der ihr begegnet, kann einem anderen Zweck dienen. Links: Nikon Z50II + NIKKOR Z DX MC 35mm f/1.7 1/320 s, f/3.5, ISO 800. Mitte: 1/320 s, f/3.2, ISO 200. Rechts: 1/320 s, f/2.8, ISO 3200 © Antonia Thomsen
Umgebungslicht nutzen
Sucht Orte mit mehreren Lichtquellen. Ich suche oft nach Straßen mit Bars, Restaurants, Ampeln, Neonreklamen, Lichterketten und beleuchteten Fenstern, achte aber auch auf die Lichtflächen, die sie erzeugen – sowie auf reflektierende Oberflächen wie Autoscheiben oder regennasse Pfützen. So habt ihr nach Einbruch der Dunkelheit zahlreiche Möglichkeiten bei der Wahl eurer Motive und der Gestaltung eueres Bildes. Ganz gleich, ob das Umgebungslicht im Mittelpunkt des Bildes steht oder lediglich euer Motiv beleuchtet – nehmt euch Zeit, zu überlegen, wie eure Bildkomposition aussehen soll, und scheut euch nicht, zu experimentieren. Wenn man darauf wartet, dass ein Passant (oder eine bereitwillige befreundete Person) durch die Szene läuft, kann dies Größenverhältnisse zeigen, Dramatik hinzufügen und eine Geschichte erzählen – besonders in Kombination mit kreativer Beleuchtung. Man merkt schnell, dass jede Lichtquelle einem anderen Zweck dienen kann. Ein sanft beleuchtetes Fenster kann ein Motiv zart erhellen, während eine Neonreklame es in Farbe taucht und Straßenlaternen oder Autoscheinwerfer dramatische Silhouetten erzeugen können.
Top-Tipp: Seid neugierig und probiert aus, was für euch am besten funktioniert. Bei der Nachtfotografie geht es besonders am Anfang oft um Versuch und Irrtum. Wenn eure ersten Bilder noch nicht ganz funktionieren, passt die Einstellungen an und probiert es erneut.


Das Wetter nutzen
Nachts könnt ihr euch auf Dunkelheit und künstliches Licht verlassen, doch das Wetter bringt ein zusätzliches Überraschungsmoment – nutzt es, um euren Bildern Energie und Spannung zu verleihen. In klaren Nächten kann Mondlicht für eine sanfte natürliche Beleuchtung sorgen und dazu beitragen, einer Komposition mehr Tiefe zu verleihen – auch wenn es nicht die Hauptlichtquelle ist. Regen kann besonders wirkungsvoll sein, da er Reflexionen in Pfützen, auf nassem Asphalt und auf glänzenden Oberflächen erzeugt, die zusätzliche Struktur und Stimmung verleihen. Nutzt sie, um den Schein von Straßenlaternen, Autoscheinwerfern oder Leuchtreklamen einzufangen. In Nahaufnahmen können Regentropfen Oberflächen Struktur verleihen, während weitere Bildausschnitte eine Geschichte erzählen – mit Menschen, die ihre Regenschirme festhalten, und leereren Straßen, die eine düstere Stimmung vermitteln. Schnee kann ebenso eine transformative Wirkung haben: Er lässt eine Straße heller erscheinen und verleiht ihr zugleich eine friedliche Stimmung, die fast schon unwirklich erscheint.
Top-Tipp: Versucht, dieselbe Straße, dasselbe Motiv oder dieselbe Gegend bei unterschiedlichen Wetterbedingungen zu fotografieren. Und schaut, wie sich die Stimmung verändert. Ihr könnt sogar ein eindrucksvolles Triptychon gestalten: ein Bild bei trockenem Wetter, eines bei Regen und eines im Schnee. Wie auch immer das Wetter wird – jede Wettervorhersage bietet etwas Anderes, und wenn ihr euch daran gewöhnt, unter allen Bedingungen zu arbeiten, werdet ihr als Fotograf:in nur noch selbstbewusster. Außerdem sind Nikon-Kameras und -Objektive für alle Bedingungen ausgelegt.

Verwendet ein Zoomobjektiv, um heimlich aus dem Schatten heraus zu fotografieren. Nikon Z50II + NIKKOR Z DX 16-50mm f/2.8 VR, 20 mm, 1/250 s, f/3.5, ISO 6400 © Antonia Thomsen
Zoom verwenden
Die Vielseitigkeit eines Zoomobjektivs ist bei Nachtaufnahmen unglaublich nützlich – insbesondere bei Straßenaufnahmen. Die Möglichkeit, sich im Hintergrund zu halten und mit den Schatten zu verschmelzen, passt gut zu diesem Genre – besonders wenn man einen eher beobachtenden Ansatz bevorzugt. Ein Zoom bietet außerdem die Flexibilität, schnell zurückzuzoomen und eine Szene neu zu gestalten oder näher an sie heranzugehen, um Reflexionen oder interessante Bereiche hervorzuheben. Außerdem könnt ihr mit verschiedenen Perspektiven experimentieren – darunter auch niedrige Blickwinkel, ohne euch dabei viel bewegen oder Aufmerksamkeit auf euch ziehen zu müssen. Darüber hinaus eignet sich das NIKKOR Z DX 16-50mm f/2.8 VR dank seiner durchgehend lichtstarken Blende von f/2.8 über den gesamten Zoombereich gut für Aufnahmen bei wenig Licht. Dank der integrierten Bildstabilisierung könnt ihr auch bei wenig Licht sicherer aus der Hand fotografieren. Ich persönlich nehme bei der Straßenfotografie ungern ein Stativ mit, da ich es als zu sperrig und auffällig empfinde. Daher ist dieses Objektiv ideal. Die Bildstabilisierung ist mittlerweile so effektiv, dass sie viel mehr Flexibilität bietet. Wenn es wirklich nötig ist, erhöhe ich die ISO-Empfindlichkeit, da die Z50II Rauschen sehr gut verträgt, und ein wenig Körnung ist besser als ein unscharfes Bild.
Top-Tipp: Es lohnt sich, nachts von den vollautomatischen Einstellungen abzuweichen, da die Kamera dazu neigt, helle Lichtquellen statt des Hauptmotivs zu belichten. Die manuelle Belichtungsteuerung bietet mehr Kontrolle – setzt sie ein.
Mit einer Naheinstellgrenze von nur 0,16 m liefert das NIKKOR Z DX MC 35mm f/1.7 gestochen scharfe Bilder, selbst wenn das Objektiv nur 7,2 cm vom Motiv entfernt ist. Nikon Z50II + NIKKOR Z DX MC 35mm f/1.7. Links: 1/250 s, f/2.0, ISO 400. Mitte: 1/250 s, f/1.8, ISO 1600 © Antonia Thomsen
Mit offener Blende fotografieren
Ein lichtstarkes Festbrennweitenobjektiv wie das NIKKOR Z DX MC 35mm f/1.7 eignet sich perfekt für die nächtliche Straßenfotografie, wenn Sie mit dem vorhandenen Licht arbeiten möchten. Dank seiner lichtstarken Blende von f/1.7 lässt dieses Objektiv viel Licht einfallen, was das Arbeiten bei wenig Licht erleichtert und eine schön geringe Tiefenschärfe ermöglicht. Dies ist besonders wirkungsvoll, wenn ihr näher an euer Motiv herangehen oder eine einzelne Lichtquelle im Bildausschnitt hervorheben möchtet. Außerdem kann es Hintergrundlichter in ein weiches, ansprechendes Bokeh verwandeln, was dem Bild mehr Tiefe und eine filmischere Atmosphäre verleiht. Das Objektiv erfasst nicht nur weite Ausblicke, sondern eignet sich auch hervorragend, um nach Einbruch der Dunkelheit kleinere Details und Strukturen hervorzuheben – was es besonders nützlich für kreative Nahaufnahmen macht.
Top-Tipp: Geht nah heran und sucht nach einer einzelnen Lichtquelle wie einem Fenster, einer Lampe oder einer Leuchtreklame. Nutzt dann die große Blendenöffnung, um euer Motiv vom Hintergrund abzuheben und die umgebenden Lichter in ein weiches Bokeh zu verwandeln.

Mit dem 3D-Tracking-Autofokus der Z50II lassen sich bewegte Motive noch zuverlässiger erfassen. Nikon Z50II + NIKKOR Z DX 16-50mm f/2.8 VR, 40 mm, 1/13 s, f/6.3, ISO 800 © Antonia Thomsen
3D-Tracking für Bewegungen
Wenn ihr eine weitwinklige Nachtkomposition mit Bewegung fotografieren möchten, etwa vorbeifahrende Fahrräder, Autos, Züge, Straßenbahnen oder Personen, die durch das Bild laufen, bietet das Autofokussystem der Z50II viel Flexibilität. Ich verwende meistens 3D-Tracking, da dies eine hervorragende Möglichkeit ist, ein bewegtes Motiv zu verfolgen und es scharf abzubilden, während die Szene darum herum komponiert wird.
Top-Tipp: Wenn eine Szene sehr helle Lichter und tiefe Schatten aufweist, kann es sinnvoll sein, auf dynamische Messfeldsteuerung oder Einzelfeldsteuerung umzuschalten. Die Kamera wird dadurch gezwungen, präziser auf das Motiv zu fokussieren, anstatt sich vom hellsten Teil des Bildes ablenken zu lassen.


Top-Tipps für nächtliche Straßenszenen
- Nutzt leere Bereiche im Bildausschnitt – Dunkelheit kann das Auge ebenso stark lenken wie Licht.
- Wenn man näher herangeht, wirken Momente auf nächtlichen Straßen persönlicher und eindringlicher.
- Keine Angst vor hohen ISO-Werten. Es hilft, die Verschlusszeit hoch genug zu halten, um schärfere Bilder zu erzielen.
- Schaut nach oben und nach unten, denn einige der besten Bilder entstehen mit Pfützen, Fenstern und Licht von oben.
- Erzeugt Silhouetten, indem ihr euer Motiv vor eine stärkere Lichtquelle platziert und den Fokus auf die Form statt auf Details legt.
- Bleibt geduldig. Das Warten auf den Moment, in dem ein Passant, ein Fahrzeug oder sogar ein Lichtstrahl in euren Bildausschnitt tritt, kann ein Bild völlig verändern.
- Dunkelheit lässt Details verschwinden. Vereinfacht daher den Bildausschnitt, damit das Motiv besser zur Geltung kommt.
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