Nikon Film Festival: Wie man sich in 140 Sekunden von der Masse abhebt

Unter dem Motto „Schönheit“ stellen wir die Gewinner:innen des Nikon Film Festivals vor, die in zwei Minuten und 20 Sekunden ihre unglaublichen und unvergesslichen Geschichten erzählen …
Das Nikon Film Festival dreht sich um eine einzige Herausforderung: einen Kurzfilm von nur zwei Minuten und 20 Sekunden zu einem vorgegebenen Thema zu drehen. Das Festival steht allen kostenlos offen. Es soll die Hürden für das Filmemachen senken und alle – von aufstrebenden Regisseur:innen bis hin zu Filmneulingen – dazu ermutigen, zur Kamera zu greifen, ihre Visionen zu teilen und ein Publikum zu finden.


Für die Ausgabe 2026 waren die Teilnehmenden aufgefordert, sich mit dem Thema „Schönheit“ auseinanderzusetzen. Der Grand Jury Award (Grand-Jury-Preis) 2026 ging an Tansi Makélés L’Éclat,, was frei übersetzt „Strahlen“ oder „Leuchten“ bedeutet. Es erzählt als abschreckendes Beispiel die Geschichte eines Models, dessen mysteriöse Krankheit während eines Fotoshootings eine ungewöhnliche körperliche Veränderung auslöst. Was zunächst wie ein Makel erscheint, entwickelt sich zu einer mächtigen Kraft – und führt schließlich zum Untergang der Protagonistin. Auf Instagram bedankte sich der Regisseur bei allen, die zur Entstehung des Films beigetragen hatten, sowie bei den Organisator:innen und Jurymitgliedern des Festivals. Er erklärte, dass dies „eine Gelegenheit war, über den Realismus hinauszugehen, über unsere Lebensumstände zu sprechen und vor allem einen ersten Schritt in Richtung einer Welt zu machen, die ich im Film weiterentwickeln möchte.“ Für L’Éclat wurde außerdem Ana Maria Miranda mit dem Best Photography Award (Preis für die beste Fotografie) ausgezeichnet.
Im Rahmen der Feierlichkeiten, die im Le Grand Rex in Paris stattfanden, wurde der Film Sirène (Wassernixe) als Gewinner des diesjährigen International Award (Internationaler Preis) bekannt gegeben. „Die Teilnahme am Nikon Festival war eine der schönsten Erfahrungen meines Lebens“, sagt die Regisseurin, Élise Rale, deren stiller und bewegender Kurzfilm die Schönheit einer unerwarteten Begegnung einfängt – wenn die nächtliche unangenehme Situation für die Rezeptionistin eines Spas zu einem Moment tiefer Verbundenheit wird. „Ich bin absolute Anfängerin, und Sirène ist mein erster Film“, fährt sie fort. „Ich wollte schon seit Jahren Regie führen, hatte mich aber nicht getraut. Ich redete mir ein, dass die Welt der Regie für mich unerreichbar sei und dass ich nicht das nötige Talent dafür hätte. Eine Auszeichnung für den Film zu erhalten, verleiht unserer Arbeit echte Bedeutung! Nichts hätte mich stärker ermutigen können, diesen Weg weiterzugehen.“
„Das Nikon Film Festival bietet den idealen Rahmen, um zu experimentieren und herauszufinden, ob euch das Regieführen gefällt. Es gibt nichts zu verlieren!“Élise Rale, Preisträgerin des International Award
„Coupez!“ (Schnitt!) wurde innerhalb von nur 24 Stunden mit einem kleinen Team und begrenzten Mitteln in nahezu 50 Sequenzen gedreht – und gewann den Audience Award (Publikumspreis) 2026.
Im Gegensatz zu den Hauptpreisen der Jury steht der Audience Award allen teilnahmeberechtigten Filmen im Wettbewerb offen und wird durch eine öffentliche Online-Abstimmung ermittelt. Der diesjährige Gewinner, Coupez! (Schnitt!), unter der Regie von Yeux Ébènes, Jeremie Makiese und Tom Creuzet, ist ein lebhafter Kurzfilm, der sich um ein chaotisches Filmset dreht. Der Film zeigt, dass Schönheit oft gerade in der unvollkommenen, aber leidenschaftlichen Arbeit am Film entsteht. „Ich glaube, dass letztendlich immer das Publikum entscheidet, daher ist der Audience Award ganz einfach die schönste Auszeichnung von allen“, sagt Yeux Ébènes, die auch im Rahmen des Benelux-Wettbewerbs des Festivals ausgezeichnet wurde – einer regionalen Abteilung, um aufstrebende Filmtalente aus Belgien, den Niederlanden und Luxemburg ins Rampenlicht zu rücken. „Dieser Preis bedeutet mir sehr viel, denn ich habe mit dem Filmemachen im Internet angefangen, und es war meine Community, die mich dazu motiviert hat, über den kleinen Bildschirm hinauszugehen und an größere Ziele zu glauben. Das Nikon Film Festival erinnert uns daran, dass nichts feststeht, nichts abgeschlossen ist und nichts nur einigen wenigen vorbehalten ist. Es gibt Hoffnung und zeigt jungen Kreativen, dass auch sie ihren Platz haben.“
„Das Nikon Film Festival erinnert uns daran, dass nichts feststeht, nichts abgeschlossen ist und nichts nur einigen wenigen vorbehalten ist. Es gibt Hoffnung und zeigt jungen Kreativen, dass auch sie ihren Platz haben.“ Yeux Ébènes, Gewinnerin des Audience Award
Was es braucht, um zu gewinnen
Bei einem Festival, das sich um ein gemeinsames Thema dreht, reicht es nicht, einfach nur einen guten Film zu drehen. Wer herausstechen will, muss etwas Einzigartiges und Bewegendes schaffen, das im Gedächtnis bleibt. „Was man vor allem braucht, ist eine starke Idee“, sagt Yeux. „Wenn man dieser Idee von Anfang bis Ende treu bleibt und dabei die eigenen Werte bewahrt, gibt es keinen Grund, warum sie nicht funktionieren sollte. Habt Geduld – nichts wird an einem Tag gebaut – und umgebt euch mit den richtigen Leuten. Man braucht kein großes Team und keine riesigen Ressourcen, sondern nur Menschen, die aus den richtigen Gründen an einen glauben, die einen fördern und die bereit sind, sich persönlich für eure Vision einzusetzen.“


SIRÈNE
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Élise Rale, Preisträgerin des International Award (Internationaler Preis), stimmt dem zu: „Umgebt euch auf jeden Fall mit den richtigen Leuten und zögert nicht, Kontakt zu Menschen aufzunehmen, deren Arbeit ihr bewundert“, sagt sie. „Ich habe wichtige Teammitglieder aus den vergangenen Jahren kontaktiert, deren Arbeit mir gefallen hatte – und einige davon haben sich dem Projekt angeschlossen.“ Vertraut danach auf die Kompetenz der Teammitglieder, aber auch auf eure eigene Vision. Und dann legt einfach los! Das Nikon Film Festival bietet den idealen Rahmen, um zu experimentieren und herauszufinden, ob euch das Regieführen gefällt. Es gibt nichts zu verlieren!
„Dieser Wettbewerb ist wirklich wunderbar! Er ist sehr inspirierend, alle unterstützen sich gegenseitig, und solange man mit ganzem Herzen dabei ist, kann man wunderschöne Filme drehen. Die Teilnahme am Nikon Festival hat mich dazu gebracht, mutig zu sein. Das Ergebnis war durchweg positiv! Das hat mir enorm viel Selbstvertrauen gegeben, und nun, da ich einen Film von A bis Z gedreht habe, der die Jurymitglieder bewegt hat, fühle ich mich persönlich viel besser in der Lage, einen längeren Film zu drehen. Ganz praktisch gesehen weiß ich, dass mir der Gewinn eines Preises wirklich dabei helfen wird, Produzent:innen davon zu überzeugen, bei meinem nächsten Abenteuer mitzumachen!“
Les chaises volantes
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„Ich hatte schon viel Gutes über die Nikon ZR gehört. Sie ist klein und leicht, ermöglicht es aber dennoch, Filme in Kinoqualität zu drehen.“ Arnaud Huck, Finalist
Die Zukunft des Filmemachens
„Es war eine großartige Gelegenheit, mit Menschen, denen ich vertraue, einen Film zu drehen, den Entstehungsprozess zu genießen und ein kleines Filmwerk zu erschaffen, das schnell Gestalt annahm“, sagt der Finalist Arnaud Huck, dessen Kurzfilm Les chaises volantes (Die fliegenden Stühle), aufgenommen mit der Nikon ZR, den Pflegeheimbewohner Bruno begleitet, der sich mit seinem gebrechlichen Körper, schwindenden Gedächtnis und der schmerzhaften Möglichkeit auseinandersetzt, dass er vielleicht nie mehr nach Hause zurückkehren kann. „Die Nominierung als Finalist gibt einem das Selbstvertrauen und den Antrieb, komplexere Projekte weiter voranzutreiben und dafür zu kämpfen, sie zu verwirklichen. Und, seien wir ehrlich, das gibt enorm viel Selbstvertrauen!“
Die Nikon ZR passt besonders gut zu einem Festival, das auf grenzenloser Kreativität basiert. Kompakt, leicht und ideal für kleinere Teams geeignet, bietet sie Filmschaffenden Zugang zu professionellen Filmwerkzeugen wie der internen 6K-R3D-NE-RAW-Aufnahme und der RED-Farbtechnologie in einem flexibleren Setup und hilft, Geschichten schnell, in hoher Qualität und mit kreativer Freiheit einzufangen. „Ich hatte schon viel Gutes über die ZR gehört“, fährt Arnaud fort. „Sie ist klein und leicht, ermöglicht es aber dennoch, Filme in Kinoqualität zu drehen. Außerdem lässt sie sich bei der Motivsuche oder bei Vorabtests vor Ort leichter mitnehmen – wodurch dann die Ergebnisse die tatsächlichen Bedingungen am Drehtag besser widerspiegeln. Da die Kamera zudem kompakt und praktisch in der Handhabung ist, kann man mehr tun, mehr improvisieren und weniger Zeit mit dem Einrichten verbringen.“


Diese Flexibilität erwies sich als besonders wichtig für den Kameramann des Kurzfilms, Louis Bergogné, der auch die Kamera für die Produktion auswählte. „Unser Drehort war ein echtes Pflegeheim, und obwohl man uns freundlicherweise erlaubte, im Speisesaal zu filmen, standen uns nur zwei dreistündige Zeitfenster zum Drehen zur Verfügung“, sagt er. „Das ultrakompakte Format der ZR ermöglichte es uns, mit einer leichten Ausrüstung und einem kleinen Team schnell und effizient in einem fast dokumentarischen Stil zu arbeiten – und dabei dennoch von der R3D-NE-RAW-Aufnahme und der RED-Farbtechnologie zu profitieren.“
Für Arnaud ist eine gute Kamera jedoch nur ein Teil dessen, was nötig ist, um einen Film zu drehen, der es in die Endauswahl schafft. „Am meisten Arbeit solltet ihr ins Drehbuch stecken“, sagt er. „Kein Bild, und sei es noch so schön, kann eine gute Geschichte ersetzen. Es ist auch hilfreich, vorher mit den Schauspieler:innen zu proben – vor allem, wenn man am Drehort wenig Zeit hat. Auf diese Weise sind Dynamik, Psychologie und Körperhaltung der Figuren sowie die schauspielerischen Leistungen bereits festgelegt, wenn die Dreharbeiten beginnen. Dann braucht ihr das Ganze bloß noch zu verfeinern und Spaß daran zu haben.“
Die 16. Ausgabe des Nikon Film Festivals würdigte mutige neue Filmtalente, wobei die Gewinner:innen das Thema „Schönheit“ in nur 140 Sekunden umsetzten.

Das Anmeldeverfahren
Das bewusst kurze Format des Festivals ist ein wesentlicher Teil seiner Anziehungskraft: Es senkt die Produktionshürden und gibt Filmschaffenden gleichzeitig die Freiheit, eine Geschichte in nur zwei Minuten und 20 Sekunden zu erzählen. Daher sind die Teilnehmenden eingeladen, entweder einen Kurzfilm oder eine Miniserie mit sechs Folgen gleicher Länge einzureichen. Der Prozess beginnt mit einer Idee, inspiriert vom Thema des jeweiligen Jahres. Anschließend stellen die Filmschaffenden ihr Team zusammen, melden sich auf der Festival-Website an und beginnen mit der Umsetzung ihres Projekts. Sobald der Beitrag gedreht, geschnitten und fertiggestellt ist, wird er auf das jeweilige Konto hochgeladen. Später erhalten die Teilnehmenden eine Benachrichtigung darüber, wann ihr Film gezeigt wird.
Als Nächstes folgt die Bewertung, bei der nach einem dreistufigen Auswahlverfahren insgesamt 50 Finalist:innen ermittelt werden. Zunächst werden alle Einsendungen vom Veranstaltungsteam des Festivals gesichtet, das eine erste Auswahlliste mit mehreren hundert Filmen erstellt. Diese werden anschließend von einer Jury aus Branchenexpert:innen anhand von Kriterien wie Drehbuch, Regie, Kameraführung, Schnitt, Ton, Emotionalität, Originalität und Übereinstimmung mit der Aufgabenstellung einzeln bewertet. Schließlich werden in einem Kino etwa 150 bis 200 Filme gezeigt, woraufhin eine Expert:innenkommission nach einer internen Beratung die endgültigen 50 Titel auswählt, die als Grundlage für die Preise der Hauptjury dienen. Weitere Auszeichnungen des Festivals werden nach eigenen Kriterien vergeben.
Lust, mitzumachen? Das Festival zeigt auf Instagram bereits einen Vorgeschmack auf seine 17. Ausgabe; weitere Details werden im Juli erwartet. Weitere Informationen zu den diesjährigen Gewinner:innen oder die Möglichkeit, ihre Filme anzusehen, findet ihr auf unserem Kanal zum Nikon Film Festival.


Auszeichnungen im Überblick
Short Film Competition (Kurzfilm-Wettbewerb)
- Grand Jury Award (Großer Jury-Preis): L'Éclat (das Strahlen), Regie: Tansi Makélé
- Special Mention (besonders erwähnt): Parfaite (Perfekt), Regie: Nicolas Moreau und Léo Grandperret
- International Award (Internationaler Preis):Sirène (Wassernixe), Regie: Élise Rale
- Critic’s Choice Award (Preis der Filmkritik): Toussez (Hustet), Regie: Adrien Marcel
- Best Actress Award (Preis für die beste Darstellerin): Olivia Machon für Less is More (Weniger ist mehr), Regie: André Rodrigues Lopes
- Best Actor Award (Preis für den besten Darsteller): Nassim Gacem für Le Rendez-vous (die Verabredung), Regie: Romain Lafargue und Thibault Lafargue
- Best Direction Award (Preis für die beste Regie): W Twoich Oczach (In deinen Augen), Regie: Thomas Arnaud
- Best Screenplay Award (Preis für das beste Drehbuch): Le Bijou (Das Schmuckstück), Drehbuch und Regie: Anthony Sonigo
- Best Photography Award (Preis für die beste Fotografie): L’Éclat (Das Strahlen), Fotografie: Ana Maria Miranda, Regie: Tansi Makélé
- Best Editing Award (Preis für den besten Schnitt): Aesthetic (Ästhetisch), Schnitt und Regie: Stéphane Boye
- Best Soundtrack Award (Preis für den besten Soundtrack): Hairitage (Das Haar unserer Vorfahren), Musik von Louis Azaud und Antoine Barbot, Regie: Eléonore Behiri
- Student Film Award (Studierendenfilmpreis): Alaska Mike, Regie: Jérémy Brondoni, Académie des Arts Dramatiques de Chantilly
- Konbini Award for Originality and Creativity (Konbini-Preis für Originalität und Kreativität): Le Casier (Der Spind), Regie: Hugo Chetelat
- Sens Critique Award (Sens-Critique-Preis): La Pelle et la Bête (Die Schaufel und das Biest), Regie: Romain Thirion
- Audience Award (Publikumspreis): Coupez! (Schnitt!), Regie: Yeux Ébènes, Jeremie Makiese und Tom Creuzet
Mini Series Competition (Wettbewerb für Miniserien)
- Grand Jury Award (Preis der Großen Jury): Prunelle (Augenstern), Regie: Camille Charavet
- Best Screenplay Award (Preis für das beste Drehbuch): Nos plus beaux moments (Unsere schönsten Momente), Regie: Aurélien Leleux
- Best Performance Award (Preis für die beste Leistung): Luc Chareyron für Prunelle, Regie: Camille Charavet
- Best Photography Award (Preis für die beste Fotografie): Emmanuel Chevilliat für Prunelle, Regie: Camille Charavet
- Audience Award (Publikumspreis): Toute (en) beauté (Wahre Schönheit kennt kein Alter), Regie: Shérazade Khalladi
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